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Home is where the heart is. Oder?

Nach Feierabend nach Hause, Freizeit genießen, die Liebsten treffen oder der inneren Einkehr widmen – Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps. So war die Regel bis gestern. Und nun das: Wer kann, der ist im Homeoffice und wir alle sind es auch. Wie machen wir das am besten? Remote Leadership heißt das Zauberwort. Das digitale Nomadentum kennen wir im EWERK schon lange. Wir können arbeiten, wo wir gerade sind. Und nun sind wir allesamt gleichzeitig zu Hause. Das ist neu. Bedingt durch Covid-19 liefern wir seit dem 16. März digitalen Erfolg zu 100 % digital. Und nach Feierabend treffen wir uns mit Freunden und Familie in virtuellen Räumen, prosten uns zu, singen Geburtstagslieder, spielen Spiele.

Unsere Erkenntnisse aus der digitalen Kollaboration möchten wir hier mit Ihnen teilen.

Die Basics für das geeignete IT-Setup ersparen wir Ihnen. Sie werden sich bereits entsprechend eingerichtet haben. Deshalb nutzen wir die Umstände und widmen uns der Königsdisziplin: dem Leadership bei der digitalen Teamarbeit. Technik ist hier nur ein Hilfsmittel, führen müssen Sie.

Folgende vier Punkte sollten Sie sich zu Herzen nehmen

1. Virtualisieren Sie ihre Kultur, schaffen Sie Teamerlebnisse

Erstaunlich, wie oft gerade die kleinen Dinge für Zufriedenheit oder Unzufriedenheit im Arbeitsalltag von Mitarbeitern sorgen. Diese kleinen, immens wichtigen Details sind für das Management und für Teamleiter oft im Verborgenen. Aber sie prägen die Unternehmenskultur ungemein. Sehen und hören Sie also genau hin!

Ihre Mitarbeiter entwickeln tagtäglich Lösungen auf unterschiedlichsten Feldern und unterstützen einander, damit Kunden die bestmöglichen Services erhalten. Dabei entstehen eigene Rituale, Running Gags, Formen der Kommunikation – fast wie in einer verschworenen Gemeinschaft. Übertragen Sie den Teamspirit, die kleinen Dinge ins Digitale! Den Tagesstart kann jeder mit einem freundlichen „Guten Morgen“ verkünden oder mit einem „Howdy!“, einem „Ahoi!“ oder so wie es sich bei Ihnen im analogen Office halt etabliert hat.

2. Sorgen Sie für transparente Strukturen und gute Umgangsformen  

Remote Leadership bedeutet auch, die Teamarbeit noch exakter zu planen und für noch übersichtlichere Strukturen zu sorgen als bisher. Visualisieren Sie die Arbeit bspw. in digitalen Kanban-Systemen, schaffen Sie Meeting-Strukturen, die eine regelmäßige Synchronisation des Teams ermöglichen – Daily, Weekly … je nach Sinnhaftigkeit.

Wenn Sie es schaffen, gemeinsame Teamstrukturen zu etablieren, schaffen es Ihre Mitarbeiter zudem leichter, die Balance zwischen Zuhause und Beruf zu halten.

Feiern Sie nicht nur die großen Erfolge, sondern auch die kleinen Etappensiege Ihres Teams. Schaffen Sie Nähe und Teamgeist durch Anerkennung! Und weil beim verteilten Solo-Arbeiten in Home-Offices oft emotionale Informationen wie Mimik und Gestik der Teammitglieder unter die Bürotische fallen: Streuen Sie Emoticons und Gifs in die Runde. Die emotionalen Verstärker können Ihre Botschaft bekräftigen.

Remote-Meetings sollten gut moderiert werden und sinnvollen praktischen Regeln folgen. Damit es kein heilloses Durcheinander gibt. Ein paar einfache Tipps mit großer Wirkung:

Alle Mikrophone zunächst stumm schalten, nur eine Person spricht/präsentiert zu einer Zeit. Dialogbedarf oder ein gewünschter Redebeitrag wird im Chat durch einfache Wörter wie „Frage“ oder „Klärungsbedarf“ signalisiert. Der Moderator oder Präsentator hat hierauf ein Auge, reicht den Redestab bei Bedarf weiter und erteilt das Wort.

Vereinbaren Sie gemeinsame Status-Zeichen während der Remote-Arbeit (bspw. „nicht stören“, „Telefon“, „aktiv“, „zur Pause“). Ermöglichen Sie den Teams dabei individuellen Freiraum, damit auch hier Ihre eigene Unternehmenskultur wachsen kann. Teams unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Remote-Reifegrade. Lassen Sie Entwicklungsspielraum!


3. Seien Sie Befähiger (Servant Leader), erkennen Sie informelle Teams

Die Führung von Remote-Teams erfordert Mut. Bei der Kommunikation fehlen emotionale Zusatzinformationen und eine Subtext-Ebene, die sonst durch z. B. situatives Verhalten oder durch den Tonfall beim Sprechen entstehen. Also kann es jetzt häufiger zu Missverständnissen kommen. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen!

Mut braucht es auch, um möglicherweise peinliche Momente der Stille in Videosessions auszuhalten oder sich auch mal unbeliebt zu machen. Wenn Sie unseren Punkt #1 im Hinterkopf haben, können Sie manchen Umstand leicht relativieren.

Erhöhen Sie die Fehlertoleranz für alle und schaffen Sie eine Kultur des offenen Feedbacks!

Remotearbeit gewährt Ihnen tiefe, neue Einblicke in informelle Teams. Normalerweise bilden Sie Arbeitsgruppen mithilfe von Organigrammen. Sie setzen Teams projektgebunden und je nach Sachlage abteilungsübergreifen auf. Nutzen Sie jetzt auch Remote-Arbeitskanäle wie Slack, Teams, Jira und Co. So können Sie erkennen, wer mit wem Kontakt aufnimmt, wer wessen Hilfe braucht, um z. B. Termine zu halten. Durch richtig genutzte Remotearbeit erhalten Sie neue Einblicke in virtuelle, informelle Kommunikationsnetze. Nutzen Sie die Einsichten beim zielgenauen Teambuilding!

Scheuen Sie sich insbesondere bei Remote-Teams nicht davor, mit neuen Arbeitsverteilungen bei der digitalen Kollaboration zu experimentieren – bis es zur neuen Arbeitssituation passt. Werfen Sie dabei die Einzigartigkeit jedes Teammitgliedes in die Waagschale! Die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter sollen sich durch eine enge, miteinander verflochtene Zusammenarbeit ergänzen. Jetzt zu 100 % auf digitalem Feld. Das ist neu und kann eine neue Verteilung von Arbeiten erfordern. Lernen Sie Ihre Mitarbeiter neu kennen, sprengen Sie alte Ketten, wagen Sie Experimente. Wenn Sie als Team gemeinsam lernen, werden Sie stärker als zuvor!


4. Schenken Sie Aufmerksamkeit, führen Sie 1:1 Gespräche

Auch wenn ihr Ohr glüht: Echte Aufmerksamkeit signalisieren Sie am deutlichsten im persönlichen Gespräch! Und Aufmerksamkeit ist wichtiger denn je. Schaffen Sie Nähe und Verbundenheit, stärken Sie Vertrauen. Sprechen Sie persönlich miteinander unter vier Ohren!

Ebenfalls sollten Sie Ihre Mitarbeiter spürbar bei der Selbstorganisation unterstützen. Fragen Sie, wo der Schuh drückt und wo Sie helfen können. Die Organisation der eigenen Arbeit ist so individuell wie der Fingerabdruck. Manch einer erliegt den Verlockungen der eigenen vier Wände und lässt sich ablenken. Manch anderer ist so vertieft in die Arbeit, dass er Zeit und Raum verliert. Und wir wissen beileibe nicht alles 😉. Unterstützen Sie also, wo Sie können – seien Sie ein aufmerksamer Zuhörer!


Lange Rede, wichtiger Sinn

Gehen Sie gerne davon aus, dass ihr Team im Homeoffice und insbesondere in Krisenzeiten noch stärker für Ihr Unternehmen einsteht und mit Ihnen gemeinsam für das große Ganze kämpfen will. Schenken Sie Ihren Leuten also einen Vertrauensvorschuss. Sie werden es Ihnen danken. Und das wird auch Ihnen guttun.

Wenn Sie unsere vier Punkte beherzigen, werden Sie nicht nur besser über die Zeit kommen. Sie und Ihr Team werden besser daraus hervorgehen. Gut, wenn Sie als Vorbild vorangehen. Es genügt nicht, neue Rahmenbedingungen und Richtlinien zu schaffen. Sie müssen neue Werte vorleben.

Und trotz aller digitalen Tools, die wir sehr schätzen: Sprechen Sie alle miteinander und greifen Sie häufiger zum Telefonhörer.


By the way: Viele der genannten Tipps haben auch offline in normalen Office-Situationen eine große Bedeutung. Digital transferiert, entfalten Sie zusätzliche Wirkung. Die wahre Challenge lautet langfristig, das Beste aus beiden Welten miteinander zu verbinden. Dann gibt es einen bleibenden Gewinn für die Zeit nach der Corona-Situation. Kreativ sein 🎨😉!


Bleiben Sie und Ihr Team gesund und bis auf Weiteres erfolgreich zu Hause!

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