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Smart City: Innovation durch vernetzte Information

Städte werden intelligent, Smart City verspricht Innovationen für Unternehmen und Bürger. Das wichtigste dabei: ein neues Verständnis für den richtigen Umgang mit Daten.

Smart City verspricht hohen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen – durch bessere Informationsflüsse, Energieeinsparungen und höhere Effizienz. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Und warum spielen Daten dabei eine so fundamentale Rolle?

Was bedeutet Smart City?

Die Smart City ist – anders als bisher geläufige „smarte“ Komponenten – ein Zusammenschluss (und ein Zusammenspiel) vieler unterschiedlicher Branchen und Bereiche, die in einer Stadt aktiv sind. Sie alle produzieren Daten und reichen diese an eine zentrale Instanz weiter. Diese wertet die Daten aus, gibt Steuerungsimpulse quer durch Branchen und Bereiche zurück, stellt sie teilweise in aufbereiteter Form öffentlich zur Verfügung und sorgt so für höhere Effizienz, ein angenehmeres Leben und soziale Wohlfahrtsgewinne.

Worin liegen die Chancen von Smart City?

Durch die Vernetzung von Erkenntnissen völlig unterschiedlicher Bereiche entstehen oft die besten Ideen. Das ist auch der Fall bei der Smart City. Eine Smart City bündelt Daten aus den zentralen Versorgungs-Dienstleistungen, die in (aber nicht unbedingt von) einer Stadt typischerweise erbracht werden, nämlich:

Energieversorgung, Mobilität, Sicherheit, Gesundheit, Bürgerservices.

Die Anwendungen sind zahlreich – hier nur einige Ideen, die im Raum stehen: Stau-Management in der Verkehrsführung, autonomes Fahren, automatische Parkplatzsuche, optimierter Verkehrsfluss für den ÖPNV und damit verbundene Energie-Einsparungen, verknüpfte Informationen über Behindertenfreundlichkeit, hyperlokaler Heuschnupfenalarm anhand von Informationen zu Bepflanzungen im Stadtteil …

Die Liste ist bereits heute lang – und noch lange nicht ausgeschöpft.

Warum sind Daten für Smart City so wichtig?

Daten sind nicht nur Rohstoff, sondern Grundlage der Smart City. Doch dabei gibt es Hürden zu nehmen.

Um die Möglichkeiten der Smart City auszuschöpfen, sind sowohl städtische Institutionen als auch Unternehmen innerhalb einer Stadt gefragt. Sie verfügen nämlich über die nötigen Daten – und wollen sie hüten, denn sie sind teilweise sensibel.

Der Staat hat das erkannt und mit dem Open Data-Gesetz einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Doch in meinen Augen braucht es mehr – um Smart City zu ermöglichen, müssen auch Unternehmen, die in einer Stadt aktiv sind, ein neues Verständnis für den Datenschatz entwickeln, den sie derzeit horten und behüten.

Denn viele dieser Daten entfalten erst dann ihr volles Potential, wenn sie mit Datensätzen aus anderen Branchen verknüpft werden.

Eine Frage von Anreiz und Vertrauen

Dazu müssen wir einerseits Anreize schaffen. Wie kann ein also Kommerzialisierungsmodell aussehen, um Unternehmen zu motivieren, ihre Daten an eine Instanz weiterzugeben? Hier gibt es keine einfache Antwort – wichtig ist zuallererst, dass Unternehmen einen Sinneswandel durchlaufen und den Wert offener Daten verstehen.

Anschließend stellt sich die Frage nach dem Vertrauen. Wer hat die Autorität, sich als zentrale Instanz um die Sammlung, Verknüpfung, Auswertung und das Bereitstellen der Daten zu kümmern?

Hier könnten Stadtverwaltungen unter Umständen eine neue Rolle erhalten. Schließlich bündelt sie bereits heute viele der Funktionen, die auf eine Smart City einzahlen – und wir alle vertrauen ihr viele persönliche Informationen an. Die Stadt könnte als zentrale Instanz eine Art Gatekeeper-Funktion einnehmen, bei der sie den Zugang zum Datenschatz der Smart City regelt.

Smart City ist also stark datengetrieben – erst durch vernetzte Information können Innovationen entstehen. Erst wenn diese Basis geschaffen ist, werden anschließend neue Geschäftsmodelle, Services, Ecosysteme und Innovationen entstehen, die die Stadt zu einem besseren Ort für Bewohner und Besucher macht.

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Gründer und Entwickler-Kopf. Weiß jeden Moment und jede Begegnung zu schätzen.
Leipzig