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Die Passion der CIOs: Ostern ist das ganze Jahr

Was ist schon die österliche Passion Jesu Christi? Seine Leiden sind nichts verglichen mit den modernen Nöten eines Chief Information Officers. Oh Heiland, steh uns bei!

Ein satirischer Blick auf das Osterfest – durch die IT-Brille

Ostern naht: Das ist das Fest mit den Lämmern, Hasen und Schoko-Eiern. Ach ja, und da war ja noch was: die Kreuzigung Jesu Christi mit vorangegangenem Leidensweg. Daran erinnern sich immer weniger Menschen.

Und das ist nur logisch: Denn die Nöte und Leiden der modernen Bevölkerung wiegen ungleich schwerer. Doch unter den Menschen der heutigen Zeit gibt es einen, der besonders schwer unter seiner Last zu tragen hat:

Der Chief Information Officer im deutschen Mittelstand.

Er muss den stummen Kampf mit den ungläubigen Digitalisierungs-Verweigerern ausfechten. Wie weiland der Heiland wird er so von Prüfungen biblischen Ausmaßes geplagt und gepiesackt.

Sein erstes Leid: die IT-Infrastruktur. Sie stammt aus einem Zeitalter, da noch Fax, E-Mail und ISDN Standard waren; er muss sie in tagtäglicher Tortur verwalten. Ihre offensichtliche Ineffizienz ist Salz auf die offenen Wunden seiner geschundenen Seele.

Seine zweite Prüfung: die Webservices seines Unternehmens. Was bringt einem die beste Botschaft, wenn man sie nicht unters Volke bringen kann? Immer wieder verzweifelt der CIO an den mangelnden Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Kunden. Moderne Self Services für Datensätze? Blasphemie!

Besonders schmerzhaft, drittens: die Prozesse. Geknechtet und unterjocht, gar dem Kreuze Jesu nicht unähnlich, muss sich der CIO allzu oft den konvolutischen Regelwerken vergangener Zeiten beugen. Sie haben heute nur noch aus vage überlieferter Tradition Bestand und hemmen und verhindern nun den Fortgang ins digitale Zeitalter. Doch es gilt: Das haben wir schon immer so gemacht!

Nicht zu vergessen, Prüfstein Nummer vier: das Archiv. So wie Jesus einst den Hügel erklomm, muss der CIO ganze Berge von Akten besteigen, nein, schlimmer noch: Er muss sich hindurchwühlen. Denn noch immer horten Unternehmen den wesentlichen Teil ihrer Daten in Papierform. Zwar zürnt Vater Staat bereits und droht mit drakonischen Strafen ab 2022. Doch bisher stellt man sich lieber stumm und taub. Eine harte Prüfung für den CIO, diesen Widerstand mit übermenschlichem Eifer zu durchbrechen!

Höhepunkt seiner Passion: die Telekommunikation. Kabel allerorten, zersplitterte Kanäle, verschollene Botschaften und schauderhaftes Business-Denglisch – was ihn tagtäglich erwartet, sind schier babylonische Zustände. Wer da nicht dem Wahnsinn anheimfällt …

Dabei ginge es doch im Jahre 2019 nach Christi so viel einfacher, wenn man sich nur dem Heil der Digitalisierung hingeben könnte, wollte, täte: digitalisierte Prozesse, UCaaS, Middleware, digitaler Dokumentenservice und vieles mehr. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig wie die Früchte im Garten Eden. Aber der deutsche Mittelstand, er zögert und zaudert.

Da kann man schon mal vom Glauben abfallen.

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