neu

Kann man Innovationen erzwingen?

Radikal neue Lösungen lassen sich methodisch finden. Wichtig ist der richtige Anreiz für Innovationsgeist, damit Grenzen bewusst übertreten werden.

Sie kennen das: Die Deadline für dieses eine Projekt rückt näher – und der Druck wird körperlich spürbar. Nur beim Gedanken daran schnellt Ihr Adrenalinspiegel in die Höhe. Super – nun sind sie in der perfekten Lage für radikale Innovation.

Denn Erfindungen und clevere, neue Lösungen entstehen oft aus der Not, wenn Bewährtes nicht mehr greift, Zeit nicht reicht oder das Ressourcen knapp werden. Doch will keine Firma ständig ans Limit gehen, um konstant innovativ zu sein. Daher sucht man mittlerweile nach den Faktoren, die Innovationen auslösen, um sie gezielt einzusetzen.

Doch kann man Innovation tatsächlich steuern oder gar erzwingen?

Antwort:Ja, aber“ – und „Nein“!

Das Steuern von Innovationsgeist ist eigentlich sogar zwingend notwendig. Denn ohne einen gewissen Druck (durch den Job) oder Zug (durch kleine Anreize) – in relativ überschaubaren Dosen – drohen gute, individuelle Ideen im Sande zu verlaufen. Es braucht also immer wieder kleine Energiestöße, um das Rad der Innovation am Laufen zu halten und ausgetretene Pfade zu verlassen. Diese Energiestöße können auch aus der Gruppe kommen – etwa durch ein partizipatorisches Element oder einen Wettkampfgedanken der Ideen. Ein weiteres Mittel ist die direkte Ausschreibung von Herausforderungen durch die Leitungsebene bei denen Erfolgsprämien winken.



Nichtsdestotrotz: Die radikalsten Innovationen entstehen aus radikalen Situationen, aus Problemlösungs-Bedarf und Überlebenszwang. Eine Entwicklungsabteilung wird beispielsweise dann besonders kreativ, wenn der Schock über einen fehlgeschlagenen Prototypen-Testlauf verarbeitet werden muss. Innovationen geschehen dann recht häufig aus einer Trotz-Haltung heraus: „Dann lösen wir es eben ganz anders! Zum Ziel kommt man ja auch über völlig andere Funktionen.“ Und plötzlich wird ein völlig neuer Ansatz zur kostengünstigen Lösung.

Es braucht den sichtbaren Überlebenskampf

Ergo: Ohne ein kollektives „Gefühl der Not“ werden die meisten Menschen nicht mitziehen. Aber Vorsicht, werden Innovationen dann tatsächlich als von oben verordnet erzwungen, führt das in den meisten Fällen zur indirekten Totalverweigerung des Teams. Erzwingen kann man deswegen Innovationen auf keinen Fall. Fördern allerdings unbedingt!

Im Grunde ist daher die alte Silicon-Valley-Weisheit „Fail Fast“ – das schnelle Scheitern und wieder Aufstehen – richtig und wichtig: Es zwingt uns zum Perspektivwechsel.

EWERK stellt auf der USU World am 10. und 11. Mai 2017 in Berlin ein neuartiges Modul für USU Valuemation® für Innovationsmanagement vor. Halten Sie Ausschau nach KopfWERK®!

Author image
Energietechniker, Ingenieur, Querdenker
Leipzig