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Cloud Computing in der Medizin: Nur Mut! Die Cloud kann Leben retten

Gesundheit ist für viele zuallererst eine Vertrauensfrage: Deswegen wollen die meisten Menschen in Deutschland Ihre Krankenakte nicht in die Wolke laden. Dabei könnte Cloud Computing für Patientendaten Menschenleben retten.

„Der größte Gegner des Vertrauens ist die Angst.“ – Diese Binsenweisheit aus der Finanzbranche gilt genauso für die Speicherung von Krankenakten in der Cloud. Es gibt kaum ein aufwühlenderes Thema für Ärzte und Patienten als die, nennen wir sie: Patientendaten-Wolke.

Denn wer möchte schon intimste Informationen – solche, die bisweilen selbst in der Familie verschwiegen werden – in einer Datenbank ablegen, die dem Eindruck nach irgendwo im Netz herumschwirrt? Viele Menschen fühlen sich ohnmächtig angesichts der ominösen „Wolke“, und meiden sie deswegen. Die zentrale Sorge: Wer hat Zugriff auf meine Daten? Im schlimmsten Falle meine Versicherung oder ein potentieller Arbeitgeber – die mich in Zukunft schlechter stellen, weil ich vielleicht ein Rückenleiden habe.

Aber es gibt auch ganz praktische Herausforderungen: Wie lasse ich die Nutzer möglichst einfach und doch sicher an die Daten? Insbesondere diejenigen Patienten, die sich im Netz nicht wohl fühlen? Manche Bürgerportale machen vor, wie gute Benutzerführung für die breite Masse funktioniert – eine Patientendaten-Wolke müsste sich hier eine dicke Scheibe abschneiden, um vom Start weg Erfolg zu haben.

Sind die Daten jedoch einmal gut zugänglich – und zwar nicht nur für den Patienten, sondern insbesondere für Ärzte –, dann entfaltet die Patientendaten-Wolke ihre wahre Macht. Die Verfügbarkeit von Notfalldaten wird Leben retten. Denn egal, zu welchem Arzt ich dann gehe: Er hat dann Zugriff auf meine Krankengeschichte, zumindest jedoch auf wichtige Vorbefunde, Risiken und Allergien, und kann mir dadurch besser helfen. Und das kann im Alter oder bei Unfällen mein Leben retten.

Ergo: Der Nutzen von Patientendaten in der Cloud überwiegt deutlich. Solange wir die harten Fakten der Sicherheitsaspekte klären können, dürfen weiche Faktoren wie etwa eine diffuse Angst keine Rolle mehr spielen. Müssen deshalb unbedingt Krankendaten von Krankenkassen, staatlichen Stellen oder der Pharmaindustrie einsehbar sein? Sicherlich nicht. Private Clouds – also nach höchsten Standards betriebene Server in der Hand der Ärzteschaft – in zertifiziert sicheren Datacentern könnten der Schlüssel zu mehr Vertrauen der Nutzer sein.

Nur Mut also! Halbgare Lösungen mit rein lokalen digitalen Datenbanken in Arztpraxen bringen nur begrenzten Nutzen – und sind im Zweifel genauso für zu viele Augen zugänglich. Der heutige technische Standard und das Sicherheitsniveau in einer durchschnittlichen Arztpraxis ist ein wirklich größerer Albtraum.

Mit dem richtigen rechtlichen Rahmen ist eine Patientendaten-Wolke der nächste, wichtige Schritt in der Digitalisierung der Medizin.

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Gründer mit Herz für IT-Infrastruktur und IT-Security
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